Alte Musik in der Musiknacht

CiceroneEnsemble _foto_Axel Nikolaus

Die Alte Musik ist in Köln wirklich gut vertreten. Es gibt eine Konzertreihe, ein Festival, eine Gesellschaft und ein Zentrum für Alte Musik. Und viele, viele großartige Musikerinnen und Musiker, die sich dieser Sparte zugehörig fühlen. Wie aber finden die in der Musiknacht ihre Nische?

Katja Dolainski, Mitglied der Programmgruppe „Alte Musik“, die für die Auswahl der Sets in der Kölner Musiknacht verantwortlich ist, sieht im diesjährigen Angebot einen besonderen Reiz. „Es sind eben gerade die feinen, kleinen Formate und Formationen, die in der Kölner Musiknacht auftreten, die vielleicht in den großen Konzertsälen keinen Platz finden.“ Solo- und Duoprogramme in historischer Aufführungspraxis entfalten sich klanglich an kleinen, intimen Spielorten und in akustisch geeigneten Kirchen besser als in großen Hallen.

Deshalb hat die Programmgruppe, die übrigens, so Katja Dolainski, in der Auswahl sehr schnell einig wurde, vorwiegend solche für die Musiknacht kuratiert. Es gab auch Bewerbungen aus anderen Städten aber ganz der Idee der Musiknacht verpflichtet, stehen natürlich nur Kölner Ensembles auf dem Programm.

Da ist zum Beispiel das Elignia Quartett, das aus den vier Blockflötistinnen Vitina Adamo, Karoline Dennert, Dina Grossmann und Alina Loewenich besteht. Unter dem Motto „Komm, lass uns Träume spinnen“ bewegen sich die jungen Damen mit dem Publikum in eine Traumwelt. Das Quartett trat im Rahmen der „Spielwiese“ beim Kölner Fest für Alte Musik auf und zählte dort zu den Gewinner-Ensembles. Echter Nachwuchs also… Mit einem Soloprogramm für einklappige Traversflöte tritt Eva Maria Schieffer an. Die Musikerin, die auch mit tollen Kinderprogrammen von sich reden macht und zwischen Köln und Paris pendelt, spielt in der Musiknacht ein Programm mit Neuer und Alter Musik. Das junge, schon mit Förderpreisen und Stipendien gesegnete Cicerone Ensemble präsentiert Sonaten für Flöte und Basso continuo von Wilhelm Friedemann, Johann Christoph Friedrich und Johann Sebastian Bach.

Nochmal Blockflöte, diesmal mit Cembalobegleitung gibt es vom Duo Martina Mailänder und Kerstin Vielhaber. Die beiden interpretieren Stücke von Jacques-Martin Hotteterre, François Couperin und Élisabeth Jacquet de La Guerre. Die estnische Cembalistin Lill Iren weckt mit ihrem Solo-Programm „Avec Sentiment“ französische Gefühle durch barocke Musik von Forqueray und Rameau.

Freunde der Viola da Gamba kommen in einem Auftritt der renommierten Gambistin Sofia Diniz auf ihre Kosten. Die aus Portugal stammende Musikerin hat in Köln ihre feste Heimat gefunden, ist aber viel unterwegs, unter anderem mit Größen wie Philippe Herreweghe und Jordi Savall. Was für ein Glück, dass sie am 17. September in Köln ist!

Mit zwei Violinen und zwei Violas bringt das renommierte Ensemble Harmonie Universelle den Kölner Dom zum Klingen. Unter dem Titel „English Fantasy“ interpretieren Florian Deuter, Mónica Waisman Christian Goosses und Dane Roberts englische Kammermusik aus dem 17. Jahrhundert.